Gedanken/ Sein

To Do or not to To?

Ich weiss, dass sich viele Leute mit dem Wort oder dem Begriff der Seele schwertun. Denn damit bewegen wir uns bereits in einem ätherischen- esoterischen Bereich. In der chinesischen Medizin sprechen wir sogar entsprechend den fünf Elementen von fünf verschiedenen Seelen. Jedes wichtige Organ hat seine eigene Seele, die wiederum ihren eigenen Zuständigkeitsbereich hat. Es gibt eine Oberseele (Shen) die im Herzen wohnt, dann gibt es die Körperseele (Po) in der Lunge, die Geist-Seele (Hun) in der Leber, die Willenskraft (Zhi) in der Niere und die Verarbeitung von Eindrücken und Gedanken (Yi) in der Milz.

Für mich ist also schon berufsbedingt die Seele ein Konzept, dass man nicht ausser Acht lassen darf, wenn es darum geht den Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Kennst Du Deine Seele? Spürst Du ihre Präsenz? 

Für mich ist sie spürbar in diesen Momenten, in denen ich ganz in etwas aufgehen kann und alles andere vergesse. Da bin ich im Einklang mit meiner Seele. Oft geschieht das beim Schreiben. Oder beim Tanzen. Beim Spazieren, auf dem Bike, in der Natur, beim Singen, beim Meditieren, beim Musik hören ….

Was sind Deine beseelten Momente? Und wann warst Du das letzte Mal im Flow und hast alles andere vergessen?

Für mich sind es genau diese Momente, die das Leben lebenswert machen. Diese Momente, in denen einfach alles stimmt. In denen sich der Kopf ausschaltet und das Herz geniessen kann. Oft kommen mir vor lauter Dankbarkeit die Tränen. Ich habe dann jeweils das Gefühl das Leben voll auszukosten und mit mir absolut im Reinen zu sein.

Und das ist es, was ich mir für mein Leben wünsche. Das Leben mehr so erleben zu dürfen. Eigentlich ein bescheidener Wunsch und doch funktioniert es nicht so einfach.

Wie oft stehe ich am Morgen auf und habe schon eine riesige To-Do-Liste im Kopf. Die versuche ich dann den Tag hindurch abzuarbeiten. Um am nächsten Tag mit einer neuen Liste aufzuwachen. Das kann natürlich auch eine Art von Lebensinhalt sein. Zu erledigen was erledigt werden muss. Das Gefühl am Abend die Liste abgehakt zu haben ist nicht schlecht. Zu wissen, dass man etwas getan hat. Und doch muss ich immer wieder feststellen, dass mir das nicht reicht. Mir reicht es nicht, viel zu tun und viel zu erreichen.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Leben immer weiterläuft, egal an welchen Projekten wir arbeiten und wie fest wir in unseren Geschichten hängen, dann kommt bei mir irgendwie immer das Gefühl auf, etwas Essentielles zu verpassen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht einfacher wäre, dem Fluss des Lebens zu folgen als es immer wieder in bestimmte Bahnen zu drängen. Statt To-Do Listen zu erstellen, abwarten, was der Tag bringt und zu schauen, ob sich eventuell am Ende des Tages einige Punkte von alleine erledigt haben.

Was ich sagen will ist das Folgende: Es ist wichtig loszulassen. Das loszulassen was uns meinen lässt, dass wir etwas unbedingt tun müssen um etwas zu erreichen, das eigentlich gar nicht wichtig ist.

Denn so fülle ich mein Leben zwar mit Beschäftigungen, Titeln, und Dingen an; aber habe ich es dann auch gelebt?

Denn so fülle ich mein Leben zwar mit Beschäftigungen, Titeln, und Dingen an; aber habe ich es dann auch gelebt? Ich denke, dass das für viele Leute tatsächlich so ist und sie damit zufrieden sind. Nur gibt es bei mir immer wieder diese Momente, in denen ich mich nach etwas anderem sehne. In denen ich mich danach sehne, nichts füllen zu müssen, sondern zu fühlen und einfach fliessen zu können. Dem Fluss des Lebens folgen zu dürfen. Ohne mich immer anstrengen zu müssen. Im Vertrauen, dass alles so kommt, wie es kommen muss.

Denn sind wir ehrlich, das macht es sowieso. Man könnte das vielleicht auch Schicksal nennen. Wäre es dann nicht einfacher, von Beginn weg etwas mehr in die Ruhe zu kommen und abzuwarten was das Leben für einem bereit hält? Oder sich damit auseinander zu setzten, was die Seele möchte, was wirklich zählt im Leben?

Was zählt im Leben ist für jeden etwas anderes. Für mich ist es die Ruhe, das Bei-mir-sein, meine Familie, die Natur und die Freundschaft. Dinge, die ich nicht kaufen kann. Dinge, die lustigerweise nicht auf meiner To-Do-Liste stehen. Vielleicht weil es auch nicht darum geht zu tun, sondern zu sein? Eine To-Be Liste würde viel mehr Sinn machen.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, wenn ich bin wer ich sein will, dann kommt alles andere wie von selber. Je näher ich an mir dran bin, desto mehr spüre ich den Fluss des Lebens wieder und kann mich ihm hingeben. Kann den alten Ballast abwerfen und das Leben geniessen.

Darum stelle Dir doch auch mal bewusst die Frage: Wer möchtest Du sein?? Was würde auf Deiner To-Be Liste stehen??

Alles Liebe

Deine Regula

P.S. Tipp: Das Buch «Das Experiment Hingabe» von Michael A. Singer zeigt auf, wie das Loslassen und fliessen lassen schöne Früchte tragen kann.

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