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Die Mücke mit offenem Herzen

Die letzten Wochen und Tage waren nicht einfach.Die vielen schlimmen und erschütternden Nachrichten und Meldungen brauchen viel Energie. Energie, um bei sich zu bleiben und auch die schönen Dinge noch sehen zu können. Es gab und gibt immer wieder Momente, in denen ich fast die Hoffnung (an die Menschheit) verliere. Es macht mich unglaublich traurig und fassungslos zu sehen, was alles in der Welt passiert. Und doch ist es so wichtig, die Hoffnung zu behalten. Bei sich zu bleiben, die guten Dinge zu sehen und diese Positivität und das Mitgefühl in die Welt hinaus zu bringen. Es nützt nichts, unsere Herzen zu verschliessen, in eine Angst- oder Trauerstarre zu verfallen und zu denken, dass wir ja sowieso nichts tun können. Denn jeder einzelne kann etwas tun, im Kleinen wie im Grossen.

Der Dalai Lama hat dazu mal gesagt: Falls du glaubst, dass Du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.

Ich bin mir bewusst, dass es in dieser Situation anmassend anmutet, sich auf sich zu besinnen wo doch so viel im Aussen passiert. Die Welt, die Menschheit braucht Hilfe, am besten jetzt und sofort. Und doch glaube ich, dass die Qualität des Mitgefühls nicht im Aussen entsteht, sondern tief in uns innen. In dem wir unsere Herzen wieder öffnen, uns selbst gegenüber mit Respekt und Mitgefühl begegnen, sind wir auch in der Lage unseren Mitmenschen gegenüber Respekt und Mitgefühl entgegen zu bringen.

Daran mangelt es uns nämlich gewaltig. In unserer Kultur des «höher, schneller, weiter und mehr» sind die wichtigen Dinge irgendwie vergessen gegangen. Jeder ist sich selbst der Nächste, wir schotten uns ab, isolieren uns und haben den Zugang zur Gemeinschaft verloren. Und genau hier hat mich der Lockdown etwas gelernt. Wenn all die vielen Ablenkungen im Aussen plötzlich nicht mehr da sind, fangen wir wieder an, einander wahrzunehmen. Die Solidarität die in der Krise entstanden ist, hat mich hoffen lassen. Denn eine wirkliche Veränderung schaffen wir nur gemeinsam.

Um jedoch den Status von einsam auf gemeinsam wechseln zu können, braucht es noch viel Arbeit. Ich würde sagen, der aktuelle Beziehungsstatus ist kompliziert.

Corona hat vieles in Gang gebracht. Hat die Welt kleiner werden lassen und die Sorgen grösser. Die Dringlichkeit vieler Themen wird einem nun, da das Leben etwas langsamer geworden ist, noch bewusster. Der Klimawandel ist nicht etwas, dass uns in naher Zukunft bevorsteht. Er ist bereits in vollem Gange. Die Wälder in Brasilien werden erbarmungslos abgeholzt. Die Wirtschaft wurde aufgrund des Lockdowns massiv erschüttert und es wird wohl Jahre dauern, bis die Folgen davon nicht mehr spürbar sind im normalen Leben. Die Flüchtlinge werden immer mehr und die Unruhen in den USA zeigen wie massiv und unüberbrückbar die Unterschiede zwischen Menschen wirklich sein können.

All das und noch vieles mehr gilt es Tag für Tag wahrzunehmen und zu verdauen.

Und wie gehst Du damit um?

Verdrängst Du alles und lebst Dein Leben weiter wie bisher? Macht Dir alles Angst und Du weisst nicht, wie Du damit umgehen sollst? Gehörst Du zu den Kämpfern? Oder übst Du Dich im Annehmen und der Gelassenheit?

Was mir in diesen Momenten hilft, ist der Gedanke, dass bereits eine Mücke einen Unterschied machen kann. Deswegen versuche ich jeden Tag ein wenig Mücke zu sein und etwas Gutes zu tun. Ich möchte der Menschheit (und auch mir selber) den Glauben an das Gute zurückgeben. Ich spreche hier von kleinen Dingen. Das kann ein Kompliment sein, ein Lächeln oder ein aufmunterndes Wort. Wirklich zuzuhören wenn jemand etwas erzählt. Für andere da zu sein. Kleine Dinge, die in der Summe eine Veränderung bewirken können und hoffentlich ansteckend wirken.

Mitgefühl und Liebe sind keine blossen Luxusgüter. Als die Quelle von innerem und äusserem Frieden, sind sie grundlegend für das Überleben unserer Spezies. Dalai Lama.

In diesem Sinne, sei die Mücke mit offenem Herzen und verliere den Glauben nicht!

Deine Regula

 

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