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Tolle süsse Knolle Ein Artikel für den atmarama yoga Blog...

Diesen Artikel habe ich im Juli 2016 für den atmarama yoga Blog verfasst und freue mich, ihn hier auch veröffentlichen zu dürfen…

 

In der letzten Zeit ging es einfach nicht mehr ohne sie – die Süsskartoffel.

Ich habe immer wieder solche Phasen, in denen ich ein bestimmtes Nahrungsmittel unbedingt daheim haben muss. Meistens sind es saisonale Dinge wie Spargel oder Kürbis. Und nun ist es eben die Süsskartoffel.

Mein erstes Mal mit der Süsskartoffel war nicht Liebe auf den ersten Biss.

Mein erstes Mal mit der Süsskartoffel war nicht Liebe auf den ersten Biss. Ich hatte eines Tages beschlossen einfach unsere Ofenkartoffeln zur Abwechslung mit Süsskartoffeln zuzubereiten. Das war eine ziemliche Enttäuschung. Die Dinger wurden nicht knusprig und waren dann als Beilage insgesamt viel zu süss. In der Folge hatten wir viele Reste. Die habe ich dann am nächsten Tag mit etwas Speck und Ei in die Pfanne gehauen und von da an war ich ein grosser Fan.

 

Wieso überhaupt Süsskartoffel statt Kartoffel?

Inzwischen ist ja ein regelrechter Hype um die Batate (Süsskartoffel) entstanden. Sie zählt als eines der wertvollsten Nahrungsmittel (Superfood) überhaupt. Und das liegt an ihren Inhaltsstoffen.

Man findet in der Süsskartoffel sehr viel mehr Ballaststoffe, Zucker und Salz als in der normalen Kartoffel. Diese Kombi macht die Süsskartoffel länger sättigend als die normale Kartoffel, was für Menschen mit Gewichtsproblemen hilfreich sein kann. Daneben enthält sie viel Vitamin C, E und A, Kalium und Magnesium und Antioxidantien. Und im Unterschied zu der normalen Kartoffel lässt die Süsskartoffel den Blutzuckerspiegel nicht einfach steigen, sondern reguliert und senkt ihn sogar.

Die Süsskartoffel ist keine Kartoffel. Sie gehört zu den Windengewächsen und somit in einen andere botanische Familie als die Kartoffel. Sie gehört zu den Nachtschatten-Gewächsen.

Für mich macht es absolut Sinn, Süsskartoffeln zu essen. Generell sind süsse wärmende Nahrungsmittel in der chinesischen Medizin da, um das Element Erde (Magen und Milz) zu unterstützen. Und nein, mit süssen Nahrungsmittel meine ich nicht Schokolade und sonstige zuckerhaltige Lebensmittel. Ich meine Lebensmittel, die einen süsslichen Geschmack haben, wie Kürbis, Süsskartoffeln und Mais.

Aber man kann durch den Verzehr der süssen wärmenden Lebensmittel die Lust auf die süssen zuckerhaltigen Lebensmittel etwas stoppen.

Die Lust auf Süsses kommt aus Sicht der TCM nämlich von einer Schwächung der Mitte (Magen und Milz). Die Mitte wird durch viele Dinge geschwächt wie zum Beispiel falsche Ernährung (Mehr Infos dazu findest du in meinem Blog-Artikel Bikini-Diät? Nein danke, es regnet doch sowieso) oder auch übermässigen Stress oder geistige Arbeit.

Das ist eine Erfahrung, die viele Leute kennen. Bei zu viel Stress oder wenn sie viel denken müssen, bekommen sie einen unglaublichen Hunger auf Süsses. Oder wir sind müde und brauchen schnelle Energie – auch hier kommt häufig dann der Hunger nach Süssem.

Das kommt daher, dass unsere Mitte uns die Energie für alle Prozesse im Körper liefert. Und wenn wir nur konsumieren und die Mitte daneben nicht durch gute Ernährung aufbauen, dann wird sie schwach und kann uns nicht mehr genügend Energie liefern.

 

Prämenstruelles Syndrom – ein weiteres Beispiel auf der weiblichen Sicht

Wer kennt es nicht, das PMS-Essverhalten? Einige Tage vor der Mens nehmen der Hunger und die Lust nach Süssem unglaublich zu. Da stecken zwei Dinge dahinter.  Der süsse Geschmack beruhigt und entspannt, was im Hinblick auf die Menstruation Sinn macht und süsse Nahrungsmittel bauen das Blut auf.

Ich selber merke die Effekte der süssen Knolle tatsächlich. Wenn ich die Süsskartoffel regelmässig in meinen Speiseplan einbaue, nimmt die Lust auf gesüsste Nahrungsmittel ab. Ich würde die Süsskartoffel sogar als Soulfood bezeichnen.

Und dazu braucht es keinen grossen Aufwand. Ich schäle sie, schneide sie in Scheiben, mische etwas Öl, Salz und Kräuter (z.B. Thymian) dazu und lege sie auf ein mit beschichtetes Backblech. Dann schiebe ich sie in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen und lasse sie 20 min drin.

Dazu schmecken ein Avocadodip, geröstetes Gemüse (kann man auch gleich auf das Blech legen) und knusprige Kichererbsen (genau – auch gleich mit aufs Blech legen (müssen allerdings gekocht oder aus der Dose sein).

Viel Spass beim Ausprobieren!

 

Noch eine kritische Bemerkung. Die Süsskartoffel wird inzwischen v.a in China ganzjährig angebaut. Sie muss weit reisen um zu uns zu kommen. Vom ökologischen Standpunkt aus also nicht ganz unbedenklich. Inzwischen bauen aber immer mehr Menschen die Süsskartoffel selber an. Denn auch das Grün der Süsskartoffel kann man essen, ähnlich wie Spinat. Leider kann man die Süsskartoffeln wegen ihres hohen Wassergehalts nicht lange lagern.

 

 

 

 

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